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Der Landkreis Mansfelder Land wurde im Mai 2005 als erste ostdeutsche Kommune
mit testierter Eröffnungsbilanz ausgezeichnet. Dabei beschäftigt sich
der Landkreis erst seit 2002 mit der Einführung des neuen Rechnungsstils.
Im ersten Halbjahr 2004 erfolgte die Aufstellung und Bewirtschaftung des neuen
Haushaltsplanes in der Kämmerei und wurde anschließend sukzessive
auf andere Fachämter des Landkreises erweitert. Seit dem Jahr 2005 liegt
der doppische Haushaltsplan im Landkreis Mansfelder Land produktorientiert nach
institutioneller Gliederung vor, d.h. die Haushaltsplanung und Darstellung erfolgt
auf der Basis von Kostenstellen. Dabei orientiert sich die Bildung der Kostenstellen
an der Organisation der Verwaltung. Das Projekt wies mit der Bewertung des Anlagevermögens,
der Definition kommunaler Produkte, der Einrichtung einer Kosten- und Leistungsrechnung
sowie der Erstellung und Beschlussfassung des Haushaltsplanes für das Jahr
2005 mehrere wichtige Meilensteine aus.
Der Erfahrungsbericht der Arbeitsgruppe „Bilanz“ zur Erfassung und
Bewertung des Vermögens im Zuge der Aufstellung der Eröffnungsbilanz
zum Stichtag 31.12.2003 liegt in der Kreisverwaltung im Rahmen der Einführung
neuer Steuerungsmodelle vor. Er beinhaltet die Vorgehensweise der Erfassung und
Bewertung der Grundstücke, der Gebäude und des Infrastrukturvermögens
durch das Gebäudemanagement sowie der Ausstattungen, des Inventars, der
Kunstgegenstände und der sonstigen beweglichen Vermögensgegenstände
durch Zentrale Dienste sowie die Schulverwaltung beim Landkreis.
Unter Leitung des Bauverwaltungsamtes waren an der Erfassung und Bewertung des
Anlagevermögens hauptsächlich die Bereiche Gebäudemanagement,
zentrale Dienste, Schulverwaltung und Kultur, das Hoch- und Tiefbauamt und die
Kreisstraßenmeisterei beteiligt. |
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Als
notwendige Voraussetzung für den Erfolg des Projektes im Landkreis
Mansfelder Land wurde eine praxisnahe, den neuen Anforderungen entsprechende
Softwarelösung definiert. Die Softwareauswahl fiel dabei auf das
Kommunale Systemhaus AB-DATA, das mit seiner Software Kommunale Doppik
einen bis dato einzigartigen, sog. sanften Umstieg von der Kameralistik
in die Doppik ermöglichte. Zudem betreute AB-DATA zum Zeitpunkt
der Entscheidung mit der Stadt Bitterfeld bereits auch eine zweite öffentlich
geförderte Modellkommune in Sachsen-Anhalt.
Alle Ergebnisse fließen in das tägliche Buchungsgeschäft ein,
welches seit Januar 2004 im Parallelbetrieb von kameralistischer und kaufmännischer
Buchführung in Pilotbereichen ausgeführt wird. Gerade hier zeigt sich
für den Anwender, das der Umstieg von der Kameralistik auf die Doppik, neben
dem laufenden Geschäftsbetrieb, einfach, verständlich und nachvollziehbar
sein muss.
Von besonderer Bedeutung für die Mitarbeiter des Landkreises war bei der
Doppikeinführung der geringe Umstellungsaufwand auf das AB-DATA- Verfahren.
Dessen Produktphilosophie geht davon aus, dass die Doppik aus der Kameralistik
abgeleitet wird und nicht umgekehrt. Die doppischen Ergebnisse werden daher so
lange zusätzlich zum kameralen System aufgebaut, bis der komplette Umstieg
auf die Doppik gemäß den individuellen Möglichkeiten des Anwenders
sinnvoll erscheint.
Dank dieses Softwarekonzeptes konnten die Kosten für den Einführungs-
und Schulungsaufwand im Landkreis drastisch reduziert werden. Maßgeblich
dazu beigetragen haben u.a. die weitgehend automatisierte Zuordnung der kameralen
Haushaltsstellen zu den kaufmännischen Sachkonten, das konsequente Nebeneinanders
kameraler und doppischer Begrifflichkeiten im Verfahren sowie die Wahlmöglichkeit
der Anwenders, selbst in der Buchungsmaske ohne Auswirkung auf das doppische
oder kamerale Finanzergebnis noch individuell den Buchungsstil wählen zu
können.
Anett Germey, Leiterin der Kämmerei
des Landkreises Mansfelder Land, Anfang des Jahres 2005 |
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