Die Erfindung eines kommunalen Marktstandards

Mitte der 90-er Jahre tauchte mit der Diskussion um die Erweiterte Kameralistik erstmals eine Diskussion über eine Reform des kameralen Rechnungswesens statt. Diese artete Ende des letzten Jahrtausends in Ansätzen einer kompletten Abschaffung der Kameralistik durch das in der Industrie eingesetzte kaufmännische Rechnungswesen mit seiner doppelten Buchhaltung (Doppik) aus. Erste Modellkommunen in Nordrhein-Westfalen nutzten rein kaufmännische Softwarelösungen zur Abdeckung der Anforderungen des Neuen Kommunalen Rechnungswesens.

Dieser radikale Paradigmenwechsel sorgte für zahlreiche unerwünschte Begleiterscheinungen wie z.B.:

  •  Fehlendes Humankapital mit kauf-
         männischem Fachwissen zur Bedienung der
         neuen Software

  •  Mangelhafte Anbindung an vorhandene
         Infrastrukturen (z.B. Kassenanbindungen)

  •  Vernachlässigung kameraler Anforderungen
         (z.B. Veranlagung, Kameralstatistiken)

  •  Lange Projektlaufzeiten mit sehr hohem
         Beratungsbedarf

  •  Aufgabe dezentraler Buchungsstrukturen
         zulasten einer zentralen Buchhaltung mit
         kaufmännischen Fachkräften

  •  Verweigerungshaltung bei Mitarbeitern


  • Die Ziele des neuen Kommunalen Finanzmanagements wie Intergenerationen-gerechtigkeit oder Konzernkonsolidierungs-fähigkeit wurden mit Aufgabe der bisherigen Verwaltungseffizienz, sehr hohen Einführungs-kosten und Widerständen bei Mitarbeitern erkauft. Diese Erfahrungen in Kommunal-verwaltungen unmittelbar vor der eigenen Haustür in NRW prägte die strategischen Überlegungen von AB-DATA. Die Zielsetzung bestand dabei in der Entwicklung eines Weges, der die Vorteile beider Systeme koppelt und die negativen Elemente auszusparen versucht.
      Mit der Entwicklung eines dritten Weges als Alternative zur klassischen Kameralistik einerseits und einer rein kaufmännischen Software andererseits beschritt AB-DATA im Jahr 2000 kommunalpolitisches Neuland. Anfangs wurde diese Neuentwicklung von zahlreichen Lobbyisten und Softwarehäusern mit rein kaufmännischen Produkten sowie auch zahlreichen Wirtschaftsberatungsgesellschaften abgelehnt. Fast alle Marktbegleiter beäugten das AB-DATA-Projekt aufgrund angeblich mangelnder Realisierbarkeit kritisch bis ungläubig.

    Spätestens mit dem doppischen Originalbetrieb der ersten AB-DATA-Modellverwaltungen im Jahr 2004 bzw. der den AB-DATA-Weg quasi gesetzlich legitimierenden Innenminister-konferenz in Jena im November 2003 hat sich der AB-DATA-Weg etabliert. Viele ehemals kritische Marktbegleiter gaben ihre kritische Grundhaltung auf und unterstützten offen den AB-DATA-Weg.

    Heute stellt die Erfindung des sanften Weges durch AB-DATA den zentralen kommunalen Marktstandard da. Das Original von AB-DATA hat dank zahlreicher sanfter Migrationsmerk-male seinen Entwicklungsvorsprung bis heute beibehalten bzw. weiter ausgebaut.
       
                 
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