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Definition
Die (kommunale) Kosten- und Leistungsrechnung als Teil des internen Rechnungswesens
ist ein institutionalisiertes Informationssystem, das der Ermittlung
von Kosten- und Leistungsinformationen, gegliedert nach Zeitabschnitten
sowie Plan und Ist-Werten dient. Die Kosten werden dabei Kostenarten,
-stellen und trägern bzw. Produkten zugeordnet, die Leistungen u.a.
nach den Produktarten und -mengen (Erlösen), der Qualität sowie
ihrer Wirkungen differenziert. Innerhalb der Kostenrechnung werden mit
der Deckungsbeitragsrechnung, sowie der Voll- und Teilkostenrechnung
verschiedene Systeme unterschieden.
Mit Einführung der kommunalen Kosten- und Leistungsrechnung erfolgt
eine konzeptioneller Wechsel von einer Input- (Einnahmen- und Ausgabenbetrachtung)
zu einer Outputsteuerung der Verwaltungen (welche Produkte und Leistungen
werden in welcher Qualität, mit welchen Kosten und ggf. auch mit
welchen Wirkungen = Outcome) erbracht? Das vorrangige Ziel der Kosten-
und Leistungsrechnung besteht in einer Steigerung der Wirtschaftlichkeit
der Verwaltung.
Bedeutung
Mit der Zielsetzung der Steigerung der Wirtschaftlichkeit verbunden ist
die Frage nach der Bedeutung der KLR für die öffentlichen Verwaltungen.
Bei enger Interpretation dürfte die Kosten- und Leistungsrechnung
nur in den Kommunalverwaltungen zum Einsatz kommen, in denen ihre Einführung
nicht mehr Kosten verursacht, als sie auf anderer Seite an Mehrwerten
(z.B. Einsparungen oder zusätzliche Steuerungsmöglichkeiten)
für die Verwaltung mit sich bringt. Insbesondere in kleineren Verwaltungen
stellt sich daher oftmals die Frage nach der betriebswirtschaftlichen
Rentabilität.
Ein zweites Problem ergibt sich aus der zumeist nicht
existenten Marktwirkung der von Kommunalverwaltungen angebotenen Leistungen.
Der einzelne Bürger
bzw. das einzelne Unternehmen mit seinem festen Wohn- und Firmensitz
kann sich die Leistungen seiner Kommunalverwaltung nur in den seltensten
Fällen auswählen. Es existiert auch kein Marktpreis, der sich
nach Angebot und Leistung (Qualität und Preis) bemisst. Der Preis
der öffentlichen Leistung ergibt sich zumeist per Gebührenordnung
oder Satzung. Eine Marktwirkung (Konsum / -verzicht) sind nicht das Ergebnis
der tatsächlichen Leistung.
Den Kommunalverwaltungen fehlt mithin
die Möglichkeit der Gewinnmaximierung
(z.B. höhere Marktpreis durch höhere Qualität). Die öffentliche
Verwaltung kann daher i.d.R. auch nur an der Zielsetzung gemessen werden,
bestimmte Leistungen gemäß Zielvorgaben zu erbringen – und
dies möglichst wirtschaftlich. Die eigentliche Steuerung erfolgt
daher i.d.R. über Kennzahlen, die sich z.B. auf den Grad der Leistungserfüllung
(wozu?), pekuniäre Aspekte (womit?), Serviceorientierung (wie) oder
sonstige interne (z.B. Mitarbeiterzufriedenheit, geringe Fluktuation, Übernahme
Auszubildende) oder externe Größen (z.B. soziale, ökologische,
sportliche) beziehen kann
Der Aufbau eines solchen Kennzahlensystems verdeutlicht
aber auch die Notwendigkeit einer umfassenden Definition von Leistungen
bzw. deren
Einordnung in ein Produktbuch mit Produktbereichen, -gruppen und Produkten.
Damit allein ist es jedoch noch nicht getan. In Übereinstimmung
mit zahlreichen empirischen Untersuchungen zur Bedeutung der Kosten-/Leistungsrechnung
im öffentlichen Sektor zeigt sich immer wieder, dass der Erfolg
einer Kosten- und Leistungsrechnung maßgeblich davon abhängt,
ob diese
umfassend aufgebaut ist und möglichst alle
Teilbereiche der Verwaltung
einbezieht,
transparent, leicht verständlich und
bedienerfreundlich bei Ein-
und Ausgaben
(Berichtswesen) ist,
intensiv, oft und auch interdisziplinär
genutzt wird,
und dass sie von der Verwaltungsspitze bis zu den einzelnen Mitarbeitern
akzeptiert und mitgetragen wird.
Dort, wo diese Faktoren berücksichtigt werden, kann der Einsatz
der Kosten- und Leistungsrechnung zu einer Erhöhung der Wirtschaftlichkeit
und Kostensensibilität beitragen bzw. rationale Entscheidungen ermöglichen.
Notwendige Voraussetzung für die Verwaltungsführung ist jedoch
ein leistungsfähiges, flexibles und zugleich regelmäßiges
Berichtswesen. |
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In der Praxis werden diese
Erkenntnisse leider zu selten berücksichtigt. Die Kosten- und Leistungsrechnung
hat daher noch nicht die Bedeutung, die ihr eigentlich zufallen müsste
bzw. ihr im doppischen Kontext mit zunehmender Staatsverschuldung zwangsläufig
zufallen wird. Ursächlich
für
das Verkennen der Notwendigkeit einer Kostenrechnung sind oftmals strukturelle
Probleme
(z.B.
fehlende
Integration kostenrechnerischer
Kompetenzen in die Verwaltung), fehlende Akzeptanz in der Verwaltung, zu
geringe Durchdringung oder schlichtweg ungeeignete Produkte.
Das Produkt
Bei der Konzeption des AB-DATA Moduls Kommunale Kosten- und
Leistungsrechnung wurde darauf geachtet, diese Erkenntnisse mit zu berücksichtigen. Ähnlich
der Entwicklung im Bereich der Kommunalen Doppik sollte kein rein kaufmännisches
Produkt entstehen. Vielmehr wurde Wert darauf gelegt, die besonderen
Bedürfnisse der Kommunalverwaltungen mit zu berücksichtigen.
Das
Produkt sollte daher kein Papier für nur selten oder gar nicht
geöffnete Aktenschränke liefern, sondern elementarer Bestandteil
der täglichen Arbeit möglichst jedes Mitarbeiters / jeder Mitarbeiterin
der Verwaltung sein. Das Produkte sollte nicht zu komplex sein, um von
allen Anwendern - auch denen ohne kostenrechnerisches Know how - verstanden
werden zu können. Eine solche anwenderfreundliche Kosten- und Leistungsrechnung
sollte zugleich aber nicht zu Lasten der Leistungsfähigkeit des
Produktes gehen.
Mit der Markteinführung des Produktes im Herbst 2004 konnte sich
die interessierte Öffentlichkeit von der erfolgreichen Umsetzung
dieses Vorhabens überzeugen. Der Spagat zwischen hoher Ergebnisqualität
und Anwenderfreundlichkeit ist tatsächlich gelungen.
Schlüssel des Erfolges, wie zuvor beim Produkt Kommunale Doppik
auch, war und ist eine Auf- und Weiterverarbeitung einer Vielzahl der
Informationen aus dem bestehenden Tagesgeschäft für die Kosten-
und Leistungsrechnung. Im einzelnen dazu beigetragen haben v.a. die vollständige
Integration der Kosten- und Leistungsrechnung in die übrigen Module
des AB-DATA Finanzwesens, die zielgerichtete Nutzung von Daten aus Vorsystemen
wie der Lohn- und Gehaltsabrechnung sowie ein leistungsfähiges Berichtswesen.
Die hohe Anwenderfreundlichkeit des Verfahrens basiert auf der Minimierung
der notwendigen zusätzlichen Dateneingaben sowie der hohen Transparenz
und Verständlichkeit des Systems.
Dass mangelnde Komplexität einer einfach zu handhabenden Kosten-
und Leistungsrechnung nicht zwingend zu Einbußen bei der Funktionalität
führen muss, zeigt ein Auszug aus den Leistungsmerkmalen der Software:
Umfangreiche Stammdaten sowie deren
Verwaltung
Unterstützung diverser Kostenrechnungs-
verfahren (z.B. Plan-,
Ist- und Plan, Teil- ,
Vollkosten- und Deckungsbeitragsrechnung)
Interne Leistungsverrechnung /
Umlageverfahren / Betriebsabrechnungs-
bogen mit Umlagenberechnung
Kostenträgerrechnung mit Plan- und
Istkostenrechnung
Stellenprofil (-plan) mit Weiterverarbeitung
von Lohn-
und Gehaltsdaten auf Kosten-
stellen und Kostenträger
Abbildung einer Prozesskostenrechnung
über Projekte als vierte Buchungsdimension
Diverse Funktionalitäten für Plankosten-
rechnung (z.B.
Planstellen, -umlagen,
-abschreibungen und -versionen)
Erfassung von Leistungsdaten (z.B. der
Mitarbeiter)
Kennzahlensystem
Vollständige Integration mit Produktbuch /
-haushalt und anderen
AB-DATA KOMMUNAL-
Verfahren wie z.B. Anlagenbuchhaltung
Leistungsfähiges Berichtswesen |
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